- Warum: Hacks, fehlerhafte Updates, menschliche Fehler oder Server-Ausfälle können jede Website treffen.
- Was: Immer beides sichern – die Datenbank und alle Dateien (Uploads, Themes, Plugins).
- Wie: Automatisiert per Plugin, Offsite gespeichert nach der 3-2-1-Regel – und die Wiederherstellung regelmäßig testen.
Ein WordPress-Backup ist die einfachste und günstigste Versicherung für Ihre Website – und trotzdem wird es viel zu oft vernachlässigt. Wer einmal erlebt hat, wie ein einziges fehlerhaftes Plugin die Seite lahmlegt, richtet danach sofort eine automatische Sicherung ein. Lesen Sie weiter und machen Sie es klug: vorher, nicht nachher.
Warum ist ein WordPress-Backup unverzichtbar?
WordPress betreibt einen Großteil aller Websites weltweit – und genau das macht es zum beliebten Ziel. Doch nicht nur Angriffe sind eine Gefahr. Im Alltag geht am häufigsten etwas ganz Unspektakuläres schief. Diese vier Szenarien sehen wir in der Praxis immer wieder:
Veröffentlichte Sicherheitslücken werden ausgenutzt, Schadcode eingeschleust oder Inhalte manipuliert.
Ein WordPress-, Theme- oder Plugin-Update kollidiert – und die Seite zeigt statt Inhalten den weißen Bildschirm.
Eine Seite versehentlich gelöscht, den falschen Code gespeichert oder eine ganze Datenbank überschrieben.
Hardware-Defekte, ein gekündigter Vertrag oder ein Anbieter, der einfach vom Markt verschwindet.
In all diesen Fällen entscheidet ein aktuelles Backup darüber, ob Sie in Minuten wieder online sind – oder tagelang mit dem Wiederaufbau kämpfen. Ein Backup gehört deshalb genauso zur professionellen WordPress-Wartung wie regelmäßige Updates.
Was muss ein WordPress-Backup enthalten?
Ein vollständiges Backup besteht immer aus zwei Teilen. Wer nur einen davon sichert, hat im Ernstfall nur die halbe Website – und das reicht für eine Wiederherstellung nicht aus.
Hier stecken alle Inhalte: Seiten, Beiträge, Kommentare, Nutzer und Einstellungen. Sie liegt als MySQL-Datenbank auf dem Server – ohne sie ist Ihre Website leer.
Alles im Verzeichnis wp-content: Ihre Uploads (Bilder, PDFs), das aktive Theme, alle Plugins sowie zentrale WordPress-Dateien und die wp-config.php.
Merken Sie sich die Faustregel: Datenbank + Dateien = komplette Website. Ein gutes Backup-Plugin sichert automatisch beide Teile in einem Durchgang, damit sie zusammenpassen. Sichern Sie beides getrennt, achten Sie darauf, dass die Stände vom selben Zeitpunkt stammen.
Welche Backup-Methoden gibt es im Vergleich?
Grundsätzlich führen drei Wege zum Ziel. Welcher der richtige ist, hängt von Ihren technischen Kenntnissen und davon ab, wie wichtig Ihnen volle Kontrolle ist.
1. Backup-Plugin (empfohlen)
Der einfachste und für die meisten sinnvollste Weg. Ein Plugin wie UpdraftPlus oder BackWPup sichert Datenbank und Dateien automatisch nach Zeitplan und lädt sie direkt in einen externen Speicher hoch. Ideal, weil kein technisches Vorwissen nötig ist und die Wiederherstellung per Klick funktioniert. Passende Werkzeuge finden Sie auch in unserer Übersicht der wichtigsten WordPress-Plugins.
2. Hosting-Backup
Viele Hoster erstellen automatisch tägliche Sicherungen Ihres gesamten Webspace. Praktisch, aber mit Haken: Die Sicherungen liegen oft auf demselben Server – fällt dieser aus, ist auch das Backup weg. Nutzen Sie es gerne als zusätzliche Ebene, aber verlassen Sie sich nicht allein darauf.
3. Manuell per FTP & phpMyAdmin
Die Profi-Methode mit voller Kontrolle: Die Dateien laden Sie per FTP-Programm herunter, die Datenbank exportieren Sie über phpMyAdmin. Zuverlässig, aber zeitaufwendig und fehleranfällig – und weil es Handarbeit ist, wird es im Alltag gerne vergessen. Für regelmäßige Sicherungen deshalb kaum praktikabel.
Die 3-2-1-Regel für sichere Backups
Der Goldstandard der Datensicherung – einfach zu merken, im Ernstfall Gold wert:
- 3 Kopien Ihrer Daten: das Original plus mindestens zwei Sicherungen – nie mit nur einer Kopie zufriedengeben.
- 2 verschiedene Speicherorte/Medien: etwa der Webserver und ein Cloud-Speicher, damit nicht ein einziger Defekt alles vernichtet.
- 1 Kopie außer Haus (Offsite): mindestens eine Sicherung liegt räumlich getrennt vom Server – in der Cloud oder auf externem Speicher.
Wie oft sollte man ein Backup erstellen?
Die richtige Häufigkeit richtet sich danach, wie oft sich Ihre Website ändert. Die einfache Faustregel: Sichern Sie so oft, dass Sie im Ernstfall keine wichtigen Inhalte verlieren.
- Statische Website (selten Änderungen): ein wöchentliches Backup reicht meist aus.
- Aktiver Blog oder Unternehmensseite: tägliche Sicherungen sind sinnvoll, da regelmäßig neue Inhalte entstehen.
- Onlineshop mit Bestellungen: hier zählt jede Stunde – ideal ist ein mehrmals tägliches oder Echtzeit-Backup, damit keine Bestellung verloren geht.
Wichtig ist außerdem, wie lange Sie alte Stände aufbewahren. Behalten Sie mehrere Versionen der letzten Wochen – so können Sie auch dann zurück, wenn ein Problem erst später auffällt.
Was kostet ein WordPress-Backup?
Die gute Nachricht: Ein solides Backup muss nichts kosten. Die kostenlosen Versionen gängiger Plugins reichen für die meisten Websites völlig aus. Bezahlversionen lohnen sich erst bei besonderen Ansprüchen – einen breiteren Überblick liefert unser Ratgeber Was kostet WordPress?:
UpdraftPlus oder BackWPup in der Gratis-Version: automatische Sicherung von Datenbank und Dateien in einen Cloud-Speicher.
Echtzeit-Backups, verschlüsselter Speicher, 1-Klick-Restore und Support – sinnvoll für Shops und geschäftskritische Seiten.
Rechnen Sie ehrlich: Was würde es kosten, Ihre Website ohne Sicherung komplett neu aufzubauen – an Zeit, Nerven und entgangenen Anfragen? Gegen diese Summe sind ein paar Euro im Monat eine sehr günstige Versicherung.
Wie richte ich ein Backup mit UpdraftPlus ein?
UpdraftPlus ist eines der beliebtesten Backup-Plugins – kostenlos, zuverlässig und in wenigen Minuten eingerichtet. So gehen Sie Schritt für Schritt vor:
Im WordPress-Dashboard unter Plugins → Installieren nach „UpdraftPlus“ suchen, installieren und aktivieren.
Unter Einstellungen → UpdraftPlus Backups gelangen Sie zur Steuerzentrale mit allen Optionen.
Im Reiter „Einstellungen“ getrennt für Dateien und Datenbank einen Rhythmus wählen – z. B. täglich – und festlegen, wie viele Stände aufbewahrt werden.
Einen externen Speicher wie Google Drive, Dropbox oder Amazon S3 auswählen und über den Autorisierungslink verknüpfen – das ist der wichtigste Schritt.
Mit „Jetzt sichern“ die erste vollständige Sicherung auslösen und prüfen, ob die Datei anschließend im gewählten Cloud-Speicher ankommt.
Ein Backup ist nur so gut wie sein Restore. Spielen Sie die Sicherung testweise zurück (idealerweise auf einer Testumgebung), um sicherzugehen, dass alles funktioniert.
Wohin gehört das Backup? Offsite & Cloud
Der häufigste Fehler: Das Backup liegt auf demselben Server wie die Website. Fällt der Server aus oder wird gehackt, ist die Sicherung genauso betroffen wie das Original. Ein Backup entfaltet seinen Nutzen erst, wenn es räumlich getrennt gespeichert wird – genau das meint „offsite“.
Am bequemsten gelingt das mit Cloud-Speichern. Gängige Optionen, die alle Backup-Plugins unterstützen:
- Google Drive: großzügiger Gratis-Speicher, schnell verbunden – ideal für kleinere Websites.
- Dropbox: zuverlässig und einfach einzurichten, mit klarer Versionsverwaltung.
- Amazon S3: die skalierbare Profi-Lösung für große Seiten und viele Backups – kostengünstig und robust.
So haben Sie automatisch eine zweite, räumlich getrennte Kopie und erfüllen bereits einen Kernpunkt der 3-2-1-Regel. Sichern Sie personenbezogene Daten, achten Sie zusätzlich auf einen datenschutzkonformen Anbieter – mehr dazu in unserem Ratgeber zur DSGVO bei WordPress.
Welche Checkliste macht Backups wirklich sicher?
Ein Backup einzurichten ist das eine – sicherzugehen, dass es im Ernstfall funktioniert, das andere. Gehen Sie diese Punkte einmal durch, dann sind Sie auf der sicheren Seite:
Der wichtigste Punkt ist der vorletzte: Testen Sie die Wiederherstellung. Ein Backup, das sich im Notfall nicht zurückspielen lässt, ist wertlos – und genau das fällt vielen erst auf, wenn es zu spät ist.
Fazit
Ein WordPress-Backup ist kein Nice-to-have, sondern Pflicht. Mit einem kostenlosen Plugin wie UpdraftPlus richten Sie in wenigen Minuten eine automatische, offsite gespeicherte Sicherung ein – und schlafen ruhiger. Denken Sie an die 3-2-1-Regel, wählen Sie die Häufigkeit passend zu Ihrer Website und testen Sie die Wiederherstellung, bevor Sie sie wirklich brauchen. Dann ist ein Hack, ein Update-Fehler oder ein Server-Ausfall kein Drama mehr, sondern nur eine Frage von Minuten.
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